Forschungsplattform

Pühringer, Hermann
Der demographische Wandel in Österreich und seine Rückwirkung auf die Wirtschafts- und Sozialpolitik
Johannes Kepler Universität Linz, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Institut für Soziologie. Abteilung für Politik- und Entwicklungsforschung
Linz, Univ., Diss., 2005        

 

Die Abfederung und Kompensation der Folgen des demographischen Wandels gehört zu den Königsaufgaben der österreichischen Wirtschaftspolitik des 21. Jahrhunderts. Die zentrale Frage dabei lautet: Wie können mit einem kleiner und älter werdenden Erwerbspotenzial die hohe Produktivität und damit der Wohlstand abgesichert und parallel dazu die vorwiegend erwerbsorientiert finanzierten sozialen Sicherungssysteme für einen stark ansteigenden Anteil von älteren Mitbürgern stabilisiert werden? Ein Scheitern hätte unabsehbare Konsequenzen zur Folge. Misslingt die Lösung, droht im Innenverhältnis ein Verteilungskonflikt auf der Ebene der Generationen und im Außenverhältnis ein massiver Verlust an Wettbewerbsfähigkeit. Auf der Metaebene laufen Österreich und Europa Gefahr, dass die eigene Lebensform mit den damit verbundenen Normen und Werten nicht länger aufrechterhalten werden kann.

 

Die Arbeit ist in drei Teil gegliedert: Beschreibung der demographischen Entwicklungstendenzen für Österreich, Analyse der Folgen auf die einzelnen Teilbereiche unseres Gesellschaftssystems und Entwurf eines ganzheitlichen Lösungsansatzes in Form eines „Aktionsprogramm 2050“.

Den Hauptteil bildet das „Aktionsprogramm 2050“. Aus dem Metaziel „Sicherung und Erhalt der Generationengerechtigkeit“ werden vier operationalisierbare Oberziele abgeleitet. Auf Basis dieser Ziele werden drei politische Interventionsstrategien identifiziert: nachhaltige Wachstumspolitik, generationensolidarische Familienpolitik und Aktivierungspolitik für die ältere Generation. Die Kernelemente des Reformprogramms bilden die für die jeweilige Strategie empfohlenen Handlungsoptionen und Maßnahmenpakete. Der Verfasser folgt dem Primat ökonomischer Ansätze zur Bewältigung der Herausforderungen des demographischen Wandels. Zur Lösung der demographischen Herausforderung bedarf es zudem zweier Grundvoraussetzungen – eines nationalen Schulterschlusses aller relevanten gesellschaftlichen Gruppierungen und einer gesamteuropäischen Vorgangsweise.

 

Die Dissertation ist den Gebieten der Wirtschaftssoziologie und der politischen Soziologie zuzuordnen. Als Ansatz wurde die ganzheitliche integrative Vorgehensweise gewählt.

 

zurück...